Ankommen

Über’s Zuhause und Freunde

Hallo ihr Lieben!

Ankommen war für mich anfangs weniger schwer als ich erwartet hätte. Nach einem ganzen Jahr in Australien hatte ich eigentlich damit gerechnet, in Deutschland nicht wieder richtig glücklich werden zu können. Ich hatte so viele Freiheiten, bin fast jedes Wochenende verreist, hatte Festivals direkt vor der Tür, Freunde aus der ganzen Welt und Leute, mit denen ich leicht mein Leben hätte verbringen können.
Das hat für mich nie bedeutet, dass mich in Deutschland nichts hält. Ich liebe meine Familie über alles und meine Freunde hier sind für mich wie ein Auffangnetz, zu dem ich immer wieder zurückkommen kann. Das ist das schöne an Freunden fürs Leben – man muss keine Angst haben, sie wegen Kleinigkeiten zu verlieren.
Ganz besonders ist mir das klar geworden, als es hier Zuhause Drama gab und ich fast 16000 km entfernt war und nichts ausrichten konnte. Man ist so abgeschnitten und bekommt nur das mit, was man mitbekommen soll, was mich teilweise fast verzweifeln ließ. Und trotzdem war meine erste Reaktion bei Allem, meinen besten Freund anzurufen. Einfach weil es wenige Menschen gibt, die mich so gut kennen, wie er und die mir sagen können, was ich hören muss und nicht was ich hören will, weil er genau weiß, dass er mich nicht verlieren wird.
Meine Freunde hier sind wie Familie, die ich mir ausgesucht habe.
Und trotz alledem war Australien ein Traum, aus dem ich nicht aufwachen musste und hat mich als Mensch weitergebracht und mir Dinge beigebracht, die ich in meinem Heimatdorf nie gelernt hätte.

Es gibt überall nette Menschen. Es gibt überall selbstlose Menschen. Es ist leicht, Freunde zu finden.
Ich bin ein Großstadtmensch.
Ich kann besser organisieren, als ich dachte.
Es ist einfach, mich zu lieben.
Man lernt erst, wie stark man ist, wenn man stark sein muss.
Kunst ist toll, genauso wie Poesie.
Es reist sich besser mit leichtem Gepäck.
Akzeptanz ist kein Privileg, sondern eine Grundlage.
Manche Songs erinnern dich an Dinge und brechen dir das Herz, und das ist okay.

Ankommen war für mich am Flughafen durch die Türen zu gehen und meine Eltern vor Freude weinen zu sehen.
Ankommen war meine Freundin, die ich eineinhalb Jahre nicht mehr gesehen hatte, am Flughafen warten zu sehen.
Ankommen war nach Hause zu kommen und meine ganze Familie in der Küche warten zu haben.
Ankommen waren Luftballons und ein Herzlich Willkommen Schild im Wohnzimmer.
Ankommen war für mich, zu verstehen, dass ich meine Freiheit nicht verlieren werde und sie nur andere Dimensionen bekommen.
Ankommen war direkt auszupacken.
Ankommen wird die Uni im Oktober und Ankommen wird Reisen.

Egal, ob ihr gerade am Ankommen oder Abreisen seid, ich hoffe, es bringt euch weiter.

Liebe,
Carry

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *